Bauzeit: Die Kirche wurde in der Mitte oder zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts (ca. 1150–1200) im romanischen Stil errichtet.
Zweck: Sie diente ursprünglich vermutlich als Burgkapelle für das Adelsgeschlecht der Trübenbecker, deren Edelsitz sich direkt daneben befand (die Burg existiert heute nicht mehr).
Wehrcharakter: Der Begriff „Wehrkirche“ rührt daher, dass das Gebäude massiv gebaut war und die Obergeschosse der Bevölkerung in Krisenzeiten als Zufluchtsort und zur Verteidigung dienten.
Profanes Obergeschoss: Das Erdgeschoss wurde als Sakralraum (Kapelle) genutzt. Darüber befand sich mindestens ein (früher wohl zwei) Obergeschoss, das als Wohn- oder Lagerraum diente. Die herrschaftliche Familie konnte die Kirche oft direkt von ihrer Burg aus über einen hölzernen Steg im Obergeschoss betreten.
Baustil: Ursprünglich rein romanisch, erkennbar an den massiven Mauern und kleinen Rundbogenfenstern. In der Gotik wurde die Kirche um eine Apsis erweitert.
Dachreiter: Im Barock erhielt die Kirche einen Dachreiter mit der typischen Zwiebelhaube.
Ablösung durch Neubau: Da die alte Kirche für die wachsende Gemeinde zu klein wurde, baute man direkt daneben in den Jahren 1935–1937 die „neue“ Filialkirche St. Peter und Paul. Ein Großteil der historischen Innenausstattung (z. B. der Altar von 1708 und eine spätgotische Petrus- Statue) wurde in den Neubau übernommen.
Sanierung: Die alte Wehrkirche drohte zwischenzeitlich zu verfallen. Dank bürgerlichen Engagements und einer umfassenden Sanierung in den Jahren 2007/2008 konnte sie gerettet werden.
Museum: Heute beherbergt das Gebäude ein kleines Museum zur Regionalgeschichte. Es ist ein zentraler Teil des historischen Ensembles von Obertrübenbach, zu dem auch die „Alte Schule“ gehört.